Hoferium

Selfmade-Tool für den PC-Wechsel – sichert Browser, WLAN-Passwörter, Windows-Schlüssel und Programme auf einen USB-Stick und spielt alles auf dem neuen System wieder ein.

Alter PC
Stick
Neu aufgesetzt
Alles zurück

Was macht das Tool?

Vor jeder Windows-Neuinstallation dieselbe Sammelei: Lesezeichen exportieren, WLAN-Passwörter irgendwo abschreiben, den Windows-Schlüssel suchen, sich merken, welche Programme eigentlich drauf waren. Hoferium erledigt das in einem Durchgang. Das Programm liegt auf einem USB-Stick, richtet sich beim ersten Start selbst ein und schreibt alles neben sich auf denselben Stick.

Nach der Neuinstallation startest du es vom selben Stick, gehst auf Zurückholen – und es findet die passende Sicherung selbst, erkennt sie am Rechnernamen und spielt WLAN-Netze, Firefox-Profil, Kurznotizen, Outlook-Dateien, Treiber und Programme wieder ein. Dazwischen kann es aufräumen: Bloatware entfernen, 42 Windows-Einstellungen umstellen, Temp-Müll löschen.

  • 9 Bereiche
  • 42 Tweaks
  • 8+ Browser
  • 1 USB-Stick
  • 0 € Kosten

So sieht das aus

Keine Standbilder: das hier sind echte Bildschirmaufnahmen des laufenden Programms. Das ASCII-Logo läuft in einer Regenbogenwelle, dahinter fällt Matrix-Regen, unten links zappelt ein Equalizer – und das alles über einen zentralen Ticker, damit es auch auf schwachen Rechnern flüssig bleibt.

Die Startseite: Systemübersicht, der im BIOS hinterlegte Windows-Schlüssel und die drei Wege, die man am häufigsten braucht. Aufgenommen auf einem Linux-Rechner ohne Administratorrechte – deshalb steht unten links KEIN ADMIN und beim Schlüssel kein Key im BIOS hinterlegt. Unter Windows steht dort dein echter Stand.

Die neun Bereiche

  • Datensicherung – Browser-Profile (Chrome, Edge, Firefox, Brave, Vivaldi, Opera, Chromium, Yandex; weitere werden automatisch erkannt), Lesezeichen als importierbare HTML, WLAN-Profile samt Passwörtern, Windows-Schlüssel, Programmliste, Treiber, Kurznotizen, Thunderbird und Outlook-.pst, persönliche Ordner sowie hosts, Drucker, Netzlaufwerke und Dienste
  • Zurückholen – spielt eine Sicherung wieder ein: WLAN-Netze, Firefox- und Thunderbird-Profil, Kurznotizen, Outlook-Dateien, hosts, persönliche Ordner, Treiber und Programme über winget import
  • Software holen – Installer von den offiziellen Quellen laden oder direkt per winget einspielen; fehlt winget, richtet Hoferium es selbst ein
  • Deinstallieren – Win32- und Store-Programme mit Suchfeld auflisten und entfernen, auf Wunsch samt Datei- und Registry-Resten
  • Debloat – vorinstallierte Windows-Apps und Herstellerzugaben entfernen, als Ein-Klick-Lauf oder gezielt ausgewählt
  • Tweaks – 42 umkehrbare Einstellungen zu Privatsphäre, Anmeldung, Explorer, Taskleiste, Tempo, Updates und Gaming – jede mit Angabe, ob danach ein Neustart nötig ist
  • Cleaner – Temp-Dateien, Update-Zwischenspeicher, Prefetch, Miniaturansichten und Papierkorb, mit Größenaufstellung vor dem Löschen
  • Extra-Tools – startet WinUtil, O&O ShutUp10++ und drei Sysinternals-Programme aus den Originalquellen
  • Vom Stick booten – startet den Rechner neu in die Startoptionen mit Geräteauswahl, oder direkt ins UEFI-Setup

Ankreuzen, was mitkommt. Eigene Dateien mitkopieren ist bewusst nicht vorausgewählt – das kann sehr groß werden.

Wo die Daten landen

Auf dem Stick, neben hoferium.bat – ein Ordner je Durchgang:

Stick
Hoferium-Sicherungen/
  Sicherung_<PC>_<JJJJ-MM-TT_HH-MM-SS>/
    01_System … 10_EMail          die gesicherten Bestandteile
    NOTFALL-ZURUECKHOLEN.bat      WLAN und hosts ohne Python und ohne Netz
    WIEDERHERSTELLEN.txt          Anleitung für den Fall von Hand
    ZUSAMMENFASSUNG.txt           was geklappt hat und was nicht
    PROTOKOLL.txt                 der vollständige Lauf, Zeile für Zeile
    sicherung.json                dieselbe Bilanz, maschinenlesbar
Installer/                        heruntergeladene Installationsdateien

In der Zusammenfassung steht je Schritt [OK], [FEHL] oder [TEILW]. Der mittlere ist der wichtigste: der Schritt lief, hat aber etwas nicht mitgenommen – etwa weil Chrome noch offen war. Darunter steht jeweils, was fehlt. Dieselben Angaben liegen maschinenlesbar in sicherung.json, und daraus weiß Hoferium beim Zurückholen, welcher Bestandteil damals unvollständig blieb – und sagt es vorher.

Vor dem ersten Kopiervorgang wird geprüft, ob am Ziel genug Platz frei ist, und gewarnt, wenn der Datenträger mit FAT32 formatiert ist – dort passt keine Datei über 4 GB hinein, was eine Outlook-.pst regelmäßig sprengt.

Browser-Passwörter: hier verläuft eine Grenze

Das ist der Punkt, den kaum ein Umzugswerkzeug ausspricht – deshalb steht er hier oben und nicht im Kleingedruckten:

  • Firefox legt seine Passwörter im Profil ab (logins.json, key4.db). Das Profil wird gesichert und zurückgespielt – die Passwörter sind danach wieder da.
  • Chrome, Edge, Brave, Opera, Vivaldi verschlüsseln ihre Passwörter mit dem Windows-Benutzerkonto (DPAPI). Nach einer Neuinstallation existiert dieses Konto nicht mehr – die Daten sind dann nicht wiederherstellbar, auch nicht aus einer vollständigen Kopie des Profils.

Deshalb gibt es auf der Seite Datensicherung einen Assistenten, der die Passwortverwaltung des jeweiligen Browsers öffnet, solange das alte System noch läuft. Der Export dauert zwei Klicks; die CSV gehört mit auf den Stick und nach dem Import wieder gelöscht. Hoferium entschlüsselt selbst keine Passwörter und liest keine Anmeldedaten aus.

Aufräumen: Debloat und 42 Tweaks

Ein frisch aufgesetztes Windows bringt Dinge mit, die niemand bestellt hat. Auto-Debloat entfernt bekannte Windows-Apps und Herstellerzugaben in einem Lauf; die Liste steht offen im Quelltext. Selbst installierte Programme werden dabei nicht angefasst.

Bei den Tweaks wurde jeder Eintrag gegen die dokumentierte Windows-Realität abgeglichen: Schalter, die Microsoft inzwischen wirkungslos gemacht hat, sind draußen. Versionsabhängige werden auf Systemen, wo sie nichts bewirken, ausgegraut statt einen Erfolg vorzutäuschen. Und wo ein Registry-Wert allein nicht reicht, steht das dabei – „Ruhezustand abschalten“ etwa entfernt C:\hiberfil.sys nicht, dafür braucht es powercfg /hibernate off.

„17 von 42 ausgewählt“ ist die empfohlene Grundeinstellung – Empfohlene, Alle und Keine setzen die Auswahl mit einem Klick.

Sicherheitsnetz

Die eingreifenden Funktionen sind so gebaut, dass sich Fehlgriffe zurückholen lassen:

  • Vor Registry-Änderungen wird der betroffene Zweig als .reg gesichert. Schlägt die Sicherung fehl, wird nicht gelöscht.
  • Vor Debloat und Deinstallation wird ein Wiederherstellungspunkt angelegt – sofern der Systemschutz aktiv ist. Ist er es nicht, sagt das Programm das, statt einen Punkt vorzutäuschen.
  • Beim Entfernen von Resten werden Ordner verschoben, nicht gelöscht.
  • Vor jedem Import wird der bisherige Stand weggesichert. Scheitert diese Sicherheitskopie, wird gar nichts überschrieben.
  • Abbrechen beendet den Lauf nach dem laufenden Schritt – ein Kopiervorgang wird nicht mittendrin zerrissen. Ein zweiter Klick innerhalb von zwei Sekunden erzwingt den Stopp.

Zwei Dinge sind endgültig: der Cleaner löscht wirklich, und das Leeren des Papierkorbs ist nicht umkehrbar. Beides fragt vorher nach, und der Papierkorb ist bewusst nicht vorausgewählt.

Für den Fall, dass nach der Neuinstallation der WLAN-Treiber fehlt – die Zugangsdaten liegen dann in der Sicherung, aber ohne Netz kommt der normale Weg nicht in Gang – liegt in jedem Sicherungsordner NOTFALL-ZURUECKHOLEN.bat. Die fordert selbst Administratorrechte an und macht drei Dinge: WLAN-Profile einspielen, hosts zurückkopieren, die Ordner mit den Lesezeichen öffnen. Mit netsh und sonst nichts, ohne Python und ohne Internet.

Was es bewusst nicht tut

  • Kein Systemabbild. Gesichert werden Daten und Einstellungen, keine Partitionen und kein installiertes Windows.
  • Die Sicherung ist nicht verschlüsselt. WLAN-Passwörter stehen im Klartext, die Browser-Profile liegen vollständig darin. Wer den Stick hat, hat die Daten – entsprechend aufbewahren.
  • Chromium-Profile lassen sich nur sichern, nicht zurückspielen – siehe oben. Beim Zurückholen kennt das Programm bei Browsern nur Firefox und die Lesezeichen-HTML.
  • Die Edge-Entfernung ist ausdrücklich ein Versuch – Microsoft unterbindet sie teilweise. Das steht so dabei, statt einen Erfolg zu behaupten.
  • Deep-Uninstall lässt im Zweifel Reste stehen. Getroffen wird nur, was exakt zum Programmnamen passt und höchstens zwei Ebenen unter einem bekannten Ordner liegt. Lieber ein Rest zu viel als ein fremdes Verzeichnis zu wenig.
  • Ohne Administratorrechte entfallen Treiber-Export, WLAN-Import, hosts-Wiederherstellung und Treiber-Installation. Das wird gemeldet, nicht stillschweigend übergangen.
  • Windows-only. Unter Linux oder macOS startet die Oberfläche zwar – die Aufnahmen oben sind der Beweis – aber alle Systemaktionen laufen ins Leere.
1

Auf den Stick kopieren

Das Archiv herunterladen, entpacken und den ganzen Ordner auf einen USB-Stick legen. Der Stick sollte genug Platz für die Profile haben – bei mehreren Browsern und einer Outlook-.pst werden daraus schnell ein paar Gigabyte.

Hoferium herunterladen (ZIP)

Immer der aktuelle Stand aus dem Repository – Version 1.8.0, MIT-Lizenz. Wer lieber git nimmt: git clone https://github.com/Secoolioo/Hoferium.git

2

hoferium.bat starten

Doppelklick, die Nachfrage nach Administratorrechten bestätigen. Ohne diese Rechte startet das Programm nicht. Beim ersten Start richtet sich die Umgebung selbst ein: fehlt Python, wird es installiert, danach kommen die Pakete aus requirements.txt. Das dauert einige Minuten und braucht einmalig Internet.

3

Sichern – und später zurückholen

Auf der Startseite Komplett-Sicherung drücken, oder unter Datensicherung gezielt auswählen. Danach Windows neu aufsetzen – Vom Stick booten in der Seitenleiste bringt dich direkt in die Startoptionen. Auf dem neuen System denselben Stick starten, auf Zurückholen gehen: die passende Sicherung ist schon vorgewählt.

Voraussetzungen

  • Windows 10 oder 11
  • Administratorrechte – der Starter fordert sie per UAC an
  • Internet für die Ersteinrichtung, die Update-Prüfung und das Beschaffen von Software. Die Datensicherung selbst funktioniert offline.
  • Fehlt Python, installiert der Starter es systemweit. Die Oberfläche nutzt customtkinter in einer eigenen Umgebung unter %LOCALAPPDATA%\Hoferium\venv.

Open Source auf GitHub

Version 1.8.0, MIT-Lizenz. Der komplette Quelltext liegt offen – die Debloat-Liste, die 42 Tweaks, alles nachlesbar:

Hoferium auf GitHub